Kotodama Journal
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Wer selber unterrichtet, darf hier gerne seine Erfahrungen, Ein- und Aussichten, Strategien usw. offenlegen
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Keins!
Verfasst von Esther Pierling am 10.07.2022
Ich finde Aikido, nach über 30 Jahren Praxis spannender denn je. Weil ich übe und deshalb immer neue Felder entdecke, die ich noch untersuchen werde. Diese Übungsfelder erstrecken sich auf technische, emotionale, spirituelle und psychologische Abteilungen, denn Aikido ist nun mal eine ganzheitliche Kunst, also eine, die alle! Bereiche unserer Existenz berührt, aufrührt, anrührt..... :-D
Diese Themen interessieren eine breite Öffentlichkeit eher nicht.

Es ist nicht so, dass man Aikido als elitär bezeichnen müsste....das ist es nicht. Jeder darf üben, wenn er mag. Wirklich jeder, sogar unabhängig vom Alter oder Geschlecht, was viele auch erkennen, wenn sie einmal angefangen haben." Das habe ich nicht vermutet. Wenn ich das mal eher gewusst hätte"...sind sehr typische Aussagen von solchen Schülern.
Ich freue mich immer, wenn jemand beginnt, sich kennen zu lernen, sich zu entdecken." Man muss sich ja erst mal ganz neu sortieren", ist so ein Satz, den ich dann auch oft höre. Die Neuen bringen damit zum Ausdruck, dass sie erst mal gar nichts auf die Reihe bekommen, nicht mal rechts und links, obwohl das alles soo einfach aussieht.....und sie trotzdem! fasziniert sind, statt sich zu ärgern.

Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie wirksam Aikido ist. Seine Wirkung bezieht alle oben aufgezählten Abteilungen ein....nicht nur die Möglichkeit sich zu verteidigen. Aikido ist weit umfänglicher. Lebenskunst ist schon ziemlich in der Nähe, wenn ich ein Wort dafür suchen müsste, also die Fähigkeit während der Lebenszeit nicht nur nicht abzusaufen, sondern dieses Leben mit einer gewissen Würde, Freude und Freiheit zu gestalten. Da ist Aikido extrem hilfreich.

Was mir völlig abgeht, ist der Drang nach Missionierung, also der innige Wunsch, anderen Zeitgenossen, Aikido ans Bein zu binden, auf dass sie damit genau so glücklich werden, wie ich selber.
Ich verfüge über keinerlei Sendungsbewusstsein, denn ich meine nicht, dass ich "auserwählt" wurde, Aikido zu unterrichten, sondern dass meine Übung mich an diesen Punkt brachte. Es ist mir übrigens nicht mal selber eingefallen :-D....das kam von anderer Seite.
Wer Aikido meist zufällig irgendwo findet, im Buch, im Internet, in einem Dojo, oder im Gespräch, der wird oft sofort wissen, dass das von Interesse für ihn sein kann. Wenn da nichts klingelt, ist das auch recht eindeutig.
Das stimmt mich keineswegs traurig. Jeder sollte das tun, oder lassen, was er mag.
Schön, wenn es Aikido ist, aber ich stelle immer die Frage:" Ist das etwas für Sie?" (wir bohren ziemlich dicke Bretter)
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