Kotodama Journal
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Med
Verfasst von Esther Pierling am 18.09.2021
wie Meditation z.B ist ein Wortstamm aus dem indogermanischen Raum und meint "ermessen, das richtige Maß" finden.
In der Wikipedia liest man:

"Meditation bezeichnet eine Gruppe von Geistesübungen, die in verschiedenen Traditionen seit Jahrtausenden überliefert sind[1] und seit dem 20. Jahrhundert zunehmend auch in der westlichen Welt in säkularer Weise praktiziert und beforscht werden. Ein wesentliches Element meditativer Techniken ist das bewusste Steuern der Aufmerksamkeit. Das Üben von Meditation soll abhängig vom Kontext der Praxis nachhaltige positive Veränderungen im Denken, Fühlen und Erleben bewirken oder zu spezifischen religiös definierten Einsichten und Zuständen führen. Effekte von Meditationstraining auf Kognition, Affekt, Hirnfunktion, Immunsystem und Epigenetik sowie auf die psychische Gesundheit sind wissenschaftlich belegt.[2][3]..."

Tolles Zeug, wenn man das so liest, nur damit ist es nicht getan.
Im Aikido spielen solche "Geistesübungen" eine Rolle, wenn wir das auch nicht genau so nennen.Wir üben uns darin unsere Aufmerksamkeit bewußt zu steuern.
Wohin?
Die primäre Idee wäre..... auf unser eigenes! Üben, ohne die Peripherie außer Acht zu lassen, also den Übungspartner, die Nachbarschaft, den Lehrkörper usw.
Was oft aber tatsächlich beim Üben passiert, ist und dabei unterstellen wir nur edle und großherzige Motivationslagen :-D, dass unsere Aufmerksamkeit viel mehr bei dem Übungspartner liegt, als beim eigenen Tun.
Leider kann man nicht für einen anderen Menschen den meditativen Akt übernehmen, oder gar meditieren lassen, von welcher Seite auch immer.
Da muss man selber ran, was dann aber nicht geht, wenn meine Aufmerksamkeit schon beim Erklärmarathon für den Übungskollegen sitzt.
Dann ist sie futsch die Meditation.....meine wie auch die des anderen.Nix mehr da.
Das eigentlich Tragische daran ist, dass aus einer solchen Übung kaum etwas herauskommt, außer ein bißchen Bewegungsmechanik.Ich nenne das immer den "dressierten Affen", das Bild stimmt aber eigentlich gar nicht, denn Affen sind sehr wohl vollständig bei sich, wenn sie etwas Wichtiges zu tun haben, wie Futter suchen, oder Verteidigungsmaßnahmen gegen Angreifer.Nur geschieht das bei ihnen nicht über das Mittel der Meditation.

Wir als stark kopfgesteuerte Wesen, müssen das mühsam einüben und UNS als Studienobjekt wiederentdecken.
Uns selber in Meditation zu bringen ist nicht schläfrig zu werden, oder irre "Zustände" zu erleben, sondern eine möglichst gedankenfreie Zone aufsuchen zu können, in der wir klar sehen.....alles was uns selber betrifft und alles was drumherum stattfindet....unverschleiert und deutlich.

Das macht es aus ein Aikido keiko....es sind nicht die Bewegungen, die coolen moves, die Fertigkeiten mit diversen Schwertern....alles nur Mitel zum Zweck es ist unser Gewahrsam, die Fähigkeit auch im höchsten Stress ganz bei uns zu bleiben und aus uns selber heraus angemessen zu agieren.Das ist KUNST....könnt Ihr glauben.:-D
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