Kotodama Journal
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Thema
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Alle, die sich im Dojo auch in der Kunst des Kalligraphierens & des Sumi-e (Malen) üben, können sich an dieser Stelle sehr gerne auslassen.
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Striche
Verfasst von Esther Pierling am 19.07.2022
nennt man die Dinger, aus denen der Kalligraph in der chinesischen und japanischen Schriftsprache Silben zusammensetzt, aus denen dann u.U. Wörter entzifferbar werden, oder Begriffe. Ein regelrechtes Alphabet gibt es nicht, was auch die Nutzung eines Wörterbuches in obengenannten Sprachen nicht einfach macht, aber möglich.......man zählt die Striche, die ein Zeichen (kanji) hat und sucht danach.
Als eine neue Interessentin uns fragt, ob außer Strichen noch etwas anderes nötig sei, um kalligraphieren zu erlernen, konnten wir ihr sagen, dass es auch noch Punkte gibt. 😃
Diese Aussage hat sie beruhigt, denn sie nahm an, dass das wohl jeder auf die Reihe bekommt, der mal im 1. Schuljahr unterwegs war.
Wir starten mit einem "Strich" horizontal von links nach rechts, mit dem Pinsel und angeriebener Tusche ausgeführt......erst wir, dann sie. Er bedeutet "ichi" (eins)
"Hm, das sieht leichter aus, als es sich macht."
Ich:" Üben!"
Sie: "Wie lange dauert es, bis........".
Ich denke ohne es zu sagen:" Etwa 3 Jahre bis die Striche und Punkte da sind, wo sie sein sollen, dann noch mal rund 10 Jahre die großen Könner ihres Faches aufs Genaueste kopieren.....wie haben sie angesetzt, wohin zeigt das Pinselhaar, wieviel Wasser/Tusche ist hier im Spiel usw. Man übt eigentlich das Sehen.
Wenn man die Technik kennt, ist was anderes, als sie zu können, etwas sieht, etwas fühlt, eine Vision hat, eine Verbindung zum Höheren, dann und nur dann offenbart sich etwas, das einen dann manchmal selber vom Hocker haut. 😃
Das alles sage ich ihr nicht....das wäre nicht motivierend. Sie sage ihr statt dessen "üben"....dann wird es. Über einen Zeitraum spricht man dabei nicht. Nie.
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